2.3 Designelemente

Jedes Zusammentreffen von Menschen folgt einer Struktur - ob diese bewusst vereinbart wird oder unbewusst mitläuft: Zeit, Raum, die Einbindung der Teilnehmer:innen oder die Abfolge sind alles Bestandteil einer Interaktion, sobald mehr als zwei Personen zusammenkommen.

Ein Vortrag eröffnet de:r Redner:in die maximale Kontrolle über die gemeinsame Zeit und lässt geringen Raum für Teilhabe. Eine freie Diskussion überlässt Raum und Redezeit den eloquentesten Sprecher:innen im Raum und sichert somit keineswegs demokratische Teilhabe, wie es immer impliziert wird. Wie aber plane ich nun bewusst die Redezeit auf digitalen Veranstaltungen, so dass ich mit der „Konfiguration“ der Bestandteile mein Ziel erreiche?

Das Repertoire der Liberating Structures nennt diese Bestandteile „Design Elemente“ und gibt uns hilfreiche Hinweis darauf, was wir bewusst wählen und bestimmen sollten:

  1. eine griffige Einladung ( - was ist die Fragestellung und was bearbeiten die Teilnehmer:innen? Titel der Session, Frage, oder thematischer Fokus)

  2. die Anordnung/Nutzung des digitalen Raumes

  3. die Teilhabeoptionen der Beteiligten: wann und wie kommen Teilnehmer:innen zu Wort oder in Interaktion?

  4. die Konfiguration der Gruppe: arbeiten wir alleine, in Paaren, im Quartett etc.

  5. die Abfolge von Schritten und Zeit: wie nutzen wir die verfügbare Zeit, welche Abfolge an Aktionen passiert?

Bei einem konventionellen Vortrag bedeutet das:

  1. Die implizite Einladung lautet: Hört mir zum Thema „xy“ zu

  2. Raumbedarf: Videokonferenz oder Broadcast, Q+A ggf. über Chat oder per Email – Redner auf dem Video ggf. mit Screenshare einer Präsentation

  3. Teilhabe: Keine oder per Chat oder auf Aufforderung per Audio

  4. Gruppenzusammensetzung: Eine Gruppe, ein Redner

  5. Verwendung von Schritten und Zeit: 90% Präsentation – 10% Austausch mit dem Redner Q+A

Dem gegenüber gestellt: Die DNA einer interaktiven Struktur wie „Shift und Share“: Bei dieser Struktur geht es ebenfalls darum, die Erfahrung von Expert:innen oder Innovator:innen verfügbar zu machen und diese in den Kontakt mit ihrem Publikum zu bringen. Dafür werden kleine Gruppen aus Teilnehmer:innen gebildet, die im Wechsel von Station zu Station (bzw. Breakout-Raum) „wandern“. An jeder Station empfängt sie ein:e Referent:in, die nach einem fokussierten Input in den Austausch gehen. Nach nur 15-20 Minuten wechselt die Gruppe zu einer neuen Station (Raum) bzw. im digitalen Raum wechseln aus Vereinfachungsgründen, die Expert:innen den digitalen Raum.

  1. Die ausdrückliche Einladung lautet: „besucht Expert:in X/ Innovator:in Y um Neues über „..“ zu erfahren“.

  2. Raumbedarf: Hauptraum, dann Break-Out Räume

  3. Teilhabe: Kurze Rede-Sequenzen und mehr Zeit für Fragen+Austausch, ggf. gemeinsame Fragen in einem geteilten Dokument

  4. Gruppenzusammensetzung: Großgruppe in Kleingruppen aufgeteilt, ein:e Redner:in

  5. Verwendung von Schritten und Zeit: Aufteilung der Zeit in vorgegebene Redezeit und Interaktion mit Teilnehmer:innen. Wechsel der Station nach fester Zeit in wiederholter Form.

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